Nachlese: Die Liebe in den Zeiten der Cholera
García Márquez erzählt nicht von der ersten Liebe, sondern von der längsten — von Florentino Ariza, der einundfünfzig Jahre, neun Monate und vier Tage wartet, bis Fermina Daza wieder frei ist.
Mich hat dieser Roman ganz persönlich erwischt. Als die letzten Seiten kamen und ich die Geschichte loslassen musste, wurde ich richtig traurig — so ein Buch lässt sich nicht einfach zuklappen.

Am Tisch wurde es dann intensiv. Die Blickwinkel gingen weit auseinander, und an einer Frage entzündete sich alles: Ist das wirklich Liebe — oder kippt es längst in Besessenheit? Wir wurden uns freundlich uneinig, und genau das machte den Abend aus. Einige störten sich an den ausschweifenden Beschreibungen, an denen García Márquez sich stellenweise verliert; andere ließen sich gerade davon tragen.
Geblieben ist ein Roman, der die Geduld feiert und die Sehnsucht — und ein Gespräch, das so schnell kein Ende finden wollte.
